Spannender Entwicklungsroman über die Kriegskinder: „Meerraben“ von Brigitte Cleve als Neuauflage bei MARTIN BÜHLER Publishing 

Viele der heute über Siebzigjährigen spüren immer noch die Spätfolgen ihrer Kriegserlebnisse. Wer die Erinnerung daran zulässt, hat jedoch die Chance, die Vergangenheit endlich zu bewältigen.

 

 

Die 72-jährige Protagonistin „Lina Martens“ in Brigitte Cleves Roman „Meerraben“, der als E-Book-Neuauflage bei MARTIN BÜHLER erschienen ist, ist ein Kriegskind und leidet kurz nach dem Tode ihres Ehemannes Carl wieder vermehrt an Schlafstörungen und Angstzuständen. Sie hat das Gefühl, als ob schreckliche Kindheitserinnerungen in ihr Bewusstsein dringen wollen – aber welche? Sie kam als Flüchtling 1945 aus Danzig mit ihrer Mutter Olga nach Flensburg und lebte dort zunächst in einer einfachen Unterkunft in der Norderstraße. Ihre Schwester Lisa starb bereits 1944 an Diphtherie, der Vater fiel 1944 in Rußland. Das Verhältnis von Lina zu ihrer Mutter Olga ist schwierig und wenig liebevoll. Olga sucht vor allem Halt in ihrem Glauben und erwartet von ihrer Tochter, möglichst nicht aufzufallen. „Was sollen bloß die Leute von dir denken?“ ist ein Satz, den ihrer Mutter gebetsmühlenartig wiederholt. Als Lina ungewollt schwanger wird, ist die Beziehung zwischen ihr und Olga endgültig auf dem Tiefpunkt angelangt.

 

Ihr Sohn Henning ist drei Jahre alt, als Lina Carl kennenlernt. Sie nimmt seinen Heiratsantrag an, vor allen aus Dankbarkeit, und arrangiert sich im Lauf der kommenden Jahre damit, einen gefühlskalten Mann an ihrer Seite zu haben, der vor allem erwartet, dass sie funktioniert. Nach seinem Tod steht Lina an einem Wendepunkt in ihrem Leben, zumal sich ihr Sohn von seiner Frau Eva trennt, zu der Lina niemals ein gutes Verhältnis hatte, und sie stellt ernüchtert fest: „Dein Leben – ein mutloses Trauerspiel, das keinen interessiert. Dein bisheriger Lichtblick, dein Sohn: ebenfalls gescheitert. Auf alle hast du gehört und keinem konntest du widersprechen. Und was nun?“

 

Brigtte Cleve, geboren 1948 in Altenhundem, lebt mit ihrem Ehemann in Flensburg und hat für ihren Roman viele Zeitzeugen befragt, als sie ein Buch über die in den 40er und 50er Jahren in der Förderstadt aufgewachsenen Kinder schrieb. „Viele leiden noch heute an posttraumatischen Störungen“, sagt die Autorin, „aber die meisten trauen sich nicht, darüber zu sprechen, denn diese Kinder und Jugendlichen wuchsen mit dem Gefühl auf, dankbar sein zu müssen, dass sie überlebt hatten.“

 

In ihrem Sachbuch „Die vergessene Generation“ hatte bereits die Autorin Sabine Bode auf die Lebenswege dieser Kriegskinder aufmerksam gemacht, die ihre Nächte in Luftschutzbunkern verbrachten und Flucht, Hunger, Vergewaltigungen und Tod erlebten. Brigitte Cleves Protagonistin Lina und auch ihre Freundinnen Lilo und Nora haben Ähnliches erlebt, aber im Laufe der Jahre verdrängt. Als Noras Bruder Alexander, Linas Jugendschwarm, nach Flensburg kommt, beginnt Lina, sich den Gespenstern ihrer Vergangenheit zu stellen, insbesondere einer Nacht im Anker, eine Kneipe in Flensburg, in der sie mit ihrer Freundin Lilo feierte.

 

„Meerraben“ von Brigitte Cleve ist ein spannender Entwicklungsroman nicht nur für die Generation der Kriegskinder über eine 72-jährige Frau, die sich wie der schwarzgefiederte Kormoran (von Fischern auch Meerrabe genannt) ihr Leben lang nicht geliebt und nur geduldet fühlte, aber ihre Chance ergreift, einen Neuanfang zu wagen und dabei unverhofft in ihrer Jugendliebe einen Seelenverwandten trifft. Angesichts der Tatsache, dass die meisten nach Deutschland und Europa einreisenden Flüchtlinge traumatisiert sind, ist dieser Roman hochaktuell und wird für Gesprächsstoff sorgen.

 

Der Roman ist als E-Book (7,99€) u.a. bei Amazon und als gebundene Ausgabe, erschienen im ihleo Verlag, für 16,95 (ISBN 978-3940926425) im Handel erhältlich.

Weitere Informationen unter: http://brigitte-cleve-books.de

 

Vita:
Brigitte Cleve, geb. am 18.04.1948 in Altenhundem, heute Lennestadt/Sauerland, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Nordrhein-Westfalen und absolvierte dort nach ihrer Schulentlassung eine kaufmännische Lehre in einem Großhandelsbetrieb.

 

1968 zog sie nach Nordfriesland, wurde Bankerin und arbeitete zunächst für die Sparkasse Nordfriesland. Von 1973 bis zur Geburt ihrer Tochter 1975 arbeitete sie als Sekretärin für eine Maschinenfabrik. Nach einer Babypause stellte sie 1979 die Deutsche Bank in Husum ein. Bis 2001 arbeitete sie für diese Großbank an verschiedenen Orten im In- und Ausland als Filial- und Abteilungsleiterin, unter anderem in Brüssel, wo sie EG-Beamte, Diplomaten und Geschäftsführer diverser deutscher Konzerne betreute.

 

Als sie Alter von 53 Jahren abgefunden wurde, weil die Bank Umstrukturierungen vornahm, beschloss sie, sich zur Altenpflegerin ausbilden zu lassen. Von 2006 bis 2008 arbeitete Brigitte Cleve als examinierte Fachkraft in einer Diakonie-Sozial-Station in Niedersachsen.

 

2008 beendete sie ihr Berufsleben, zog mit ihrem Mann nach Flensburg und hatte somit Zeit, mehrere Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen.

 

 

 

Pressekontakt

 

Medienkonzepte Nord

Frau Ingken Wehrmeyer

Am Kiel Kanal 1

24106 Kiel

Deutschland

 

0431-2406330

0431-2405199

www.medienkonzepte-nord.de

iw@intrag.com

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0